SIBO und Ballaststoffe: Warum viele Betroffene sie nicht vertragen und welche Alternative oft besser funktioniert
- 30. Mai
- 3 Min. Lesezeit
Wenn du SIBO hast, kennst du dieses Problem wahrscheinlich:
Du hörst ständig, wie wichtig Ballaststoffe für die Darmgesundheit sind.
Also beginnst du mehr Gemüse zu essen, streust Flohsamenschalen in deinen Joghurt oder greifst zu einem Ballaststoffpräparat.
Und plötzlich wird alles schlimmer. Mehr Blähungen. Mehr Druck im Bauch. Mehr Geräusche. Mehr Beschwerden.
Viele Menschen mit SIBO machen genau diese Erfahrung. Das führt häufig zu Verwirrung. Einerseits gelten Ballaststoffe als wichtig für die Darmgesundheit. Andererseits scheinen sie die Symptome oft zu verschlimmern.
Aber nicht alle Ballaststoffe sind gleich.

Warum Ballaststoffe bei SIBO häufig Probleme verursachen
SIBO steht für Small Intestinal Bacterial Overgrowth. Dabei befinden sich zu viele Bakterien im Dünndarm. Diese Bakterien ernähren sich unter anderem von Kohlenhydraten und bestimmten Ballaststoffen. Während dieses Prozesses entstehen Gase wie Wasserstoff und Methan.
Genau deshalb reagieren viele Betroffene empfindlich auf stark fermentierbare Ballaststoffe.
Typische Folgen können sein:
Blähbauch
Druckgefühl
Bauchschmerzen
vermehrtes Aufstoßen
veränderte Stuhlgewohnheiten
Viele Menschen ziehen daraus den Schluss, dass Ballaststoffe grundsätzlich schlecht für sie sind. Doch so einfach ist es nicht.
Das eigentliche Problem ist oft die Art des Ballaststoffs
Ballaststoffe sind keine einheitliche Gruppe. Es gibt unterschiedliche Arten mit unterschiedlichen Eigenschaften. Manche Ballaststoffe werden sehr schnell von Darmbakterien fermentiert. Andere werden deutlich langsamer verarbeitet. Genau dieser Unterschied kann für Menschen mit empfindlicher Verdauung entscheidend sein.
Warum PHGG zunehmend Aufmerksamkeit bekommt
PHGG steht für Partially Hydrolyzed Guar Gum.Dabei handelt es sich um einen wasserlöslichen Ballaststoff, der aus der Guarbohne gewonnen wird.
PHGG unterscheidet sich in einigen wichtigen Punkten von vielen anderen Ballaststoffen:
geschmacksneutral
leicht löslich
gut in Getränke integrierbar
wird langsamer fermentiert als viele andere Ballaststoffe
Deshalb wird PHGG seit Jahren wissenschaftlich untersucht.
Was die Forschung bisher zeigt
Besonders interessant ist eine klinische Studie aus Italien.
Darin wurde untersucht, ob die Kombination aus dem Antibiotikum Rifaximin und PHGG bei SIBO wirksamer sein könnte als Rifaximin allein. Die Forscher beobachteten eine höhere Eradikationsrate in der Gruppe, die zusätzlich PHGG erhielt.
Das bedeutet nicht, dass PHGG SIBO behandelt oder heilt. Die Studie zeigt jedoch, dass dieser Ballaststoff im SIBO Kontext wissenschaftlich untersucht wurde.
Auch bei Menschen mit Reizdarm wurden interessante Ergebnisse beobachtet.
In einer randomisierten kontrollierten Studie verbesserten sich Blähungen und Gasbildung unter PHGG signifikant im Vergleich zu Placebo.
Warum viele SIBO Betroffene zu wenig Ballaststoffe essen
Während einer SIBO Phase streichen viele Betroffene immer mehr Lebensmittel aus ihrem Speiseplan. Zwiebeln werden gestrichen. Knoblauch wird gestrichen. Hülsenfrüchte werden gestrichen. Viele Obstsorten werden gestrichen. Teilweise wird sogar Gemüse stark reduziert.
Kurzfristig kann das sinnvoll sein. Langfristig entsteht jedoch häufig ein anderes Problem.
Die Ballaststoffzufuhr sinkt immer weiter. Dadurch kann es schwieriger werden, ausreichend Vielfalt in die Ernährung zu integrieren.
Viele Menschen mit SIBO kämpfen mit der Frage, wie sie ausreichend Ballaststoffe aufnehmen können, ohne ihre Symptome zu verschlimmern.
Nicht jeder Ballaststoff wird gleich verarbeitet.
PHGG gehört zu den Ballaststoffen, die im Zusammenhang mit SIBO, Reizdarm und Darmgesundheit besonders häufig untersucht wurden. Wichtig ist dabei immer ein individueller Ansatz und eine langsame Steigerung entsprechend deiner persönlichen Verträglichkeit.
Wissenschaftliche Quellen
Die folgenden Studien und Fachartikel beschäftigen sich mit PHGG (Partially Hydrolyzed Guar Gum), löslichen Ballaststoffen, Darmgesundheit, Reizdarm und SIBO:
Furnari et al.
Rifaximin followed by partially hydrolyzed guar gum is more effective than rifaximin alone in eradicating small intestinal bacterial overgrowth.
Yasukawa et al.
Effect of Repeated Consumption of Partially Hydrolyzed Guar Gum on Fecal Characteristics and Gut Microbiota.
Parisi et al.
Role of PHGG as a dietary fiber: a review article.
Makki et al.
Soluble Dietary Fiber, One of the Most Important Nutrients for the Gut Microbiota.
Takahashi et al.
Faecal fermentation of partially hydrolyzed guar gum.
Hinweis
Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung sowie eine gesunde Lebensweise. SIBO, Reizdarm und andere Verdauungsbeschwerden können unterschiedliche Ursachen haben. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden solltest du dich an einen Arzt oder qualifizierten Therapeuten wenden.
Die genannten Studien beschreiben wissenschaftliche Beobachtungen und Forschungsergebnisse. Aus ihnen können keine Aussagen über eine garantierte Wirkung bei einzelnen Personen abgeleitet werden. Die individuelle Verträglichkeit und Reaktion auf Ballaststoffe kann von Person zu Person unterschiedlich sein.




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